Was ist ein Cão de Castro Laboreiro?   

Mit solch einem Hund an der Seite wird man schon sehr oft nachdenklich werden..

Was bitte ist ein CCL? Komische Frage – ich bekomme des öfteren Mails von Menschen, die irgend einen Hund aus dem Tierheim bei sich aufgenommen, angeblich von einer Tötungsstation übernahmen …aber nun nicht wissen, was denn das für ein Hund ist.

In Deutschland werden Hirtenhunde gerne als Labrador- oder Schäferhund-Mixe angeboten, um sie einfacher vermitteln zu können. Weil viele Menschen im Zusammenleben im Laufe der Zeit Zweifel an den gegebenen Informationen bekommen, machen sie sich irgendwann auf die Suche, um heraus zu finden, worauf sie sich da eingelassen haben. Bei ihrer Suche kommen sie meist zuerst auch auf meine Seite www.castro-laboreiro.de vorbei und dann heisst es ganz schnell – HA – genau so einer ist es doch – ODER?

Dann beginnt der Zweifel und die Unsicherheit in den Menschen zu bohren: Hab` ich oder hab `ich doch keinen CCL? Einige von euch haben ganz sicher einen Castro Laboreiro, Andere warten bereits auf ihren Rohdiamanten. Diejenigen, die einen haben, dürften sich vielleicht schon mal gefragt haben, was denn der Unterschied ist, respektive, was denn einen CCL zu einem CCL macht.

Woran erkennt man, ob`s einer oder keiner ist? Es gibt viele „Merkmale”, dies zu erkennen. Der erste Blick wandert in den sog. Standard – aber, die dort gegebenen Informationen sind so was von …… dass der Mensch sich damit gar nicht erst auseinandersetzt. Nur Bürokraten können der Meinung sein, dass sich ein Laie so wirklich informieren würde. Dieser ist bereits vom Fachjargon völlig überfordert.

Wie soll ein normaler Mensch denn die Beschreibung des Kopfes lt. Standard bspw. verstehen: „von mittlerer Größe, eher leicht als schwerfällig; trocken ohne hager zu sein; Haut reichlich entwickelt, aber ohne Falten; Kopf länglich, nahezu rechteckig; gut aufgesetzt.“ Wenn mir jetzt ein Mensch den Kopf eines Cao de Castro Laboreiro nach diesen Angaben zeichnen kann, fresse ich einen Besen. Oder noch einfacher gefragt; kann sich ein ganz normaler Mensch unter diesem FCI-Kauderwelsch etwa den Kopf des Hundes vorstellen – niemals.

Und genau deshalb kommen die Menschen dann zu so jemandem wie mir und fragen mich um Rat. Oberflächlich betrachtet gibt es gewisse signifikante Anzeichen. Will man es jedoch genauer wissen, muss man nicht nur hinschauen, sondern auch ein wenig Background kennen, um Gewissheit zu haben. Also: woran erkennt man denn nun zweifelsfrei den Cão de Castro Laboreiro.

Unterfell beim Cão de Castro Laboreiro

Beginnen wir mit dem Fell. Da ich an anderer Stelle das Farbkleid oder besser die Farbkleider der CCLs ausführlich beschrieben habe, fasse ich mich hier diesbezüglich sehr kurz und möchte dem Castro hier mehr unters Fell gehen.

Jeder sieht`s, wenige hatten es schon in der Hand und die FCI-Hunde-Experten haben bis heute – immerhin sind seit der FCI-Klassifizierung 1935 fast 80Jahre vergangen! – ihre Beschreibung desselben nicht korrigiert.

Viele „Hundeexperten” oder solche, von denen man annehmen sollte, dass sie es sind, weigern sich beharrlich an zu erkennen, dass der Cão de Castro Laboreiro Unterfell hat.

Meist wird im Netz ja eh nur abgeschrieben – so verbreitet sich eben der Blödsinn von Fachmann zu Fachmann. Würden die Leute nur ein wenig ihr Hirn benutzen, sähe das anders aus.

Wie bitte soll ein Hund Temperaturen von minus 20 Grad im Winter ohne das Unterfell aushalten können. In Portugal liegt kein CCL auf einem Deckchen oder in seinem warmen Körbchen. Sie liegen bei Wind und Wetter draußen an der Straße!

Wer`s net glaubt, dass der CCL Unterfell hat… schaut sich bitte die Bilder an. Ich habe meinem Falko extra den Hintern für diese Aufnahmen rasiert. Also halten wir fest – er hat sehr wohl Unterfell.

Man kann dem Herrn Professor Dr. Marques ja keinen Vorwurf machen. Als er sich um 1935 auf den Weg in die Berge machte, gab`s nur Trampelpfade in die Gegend um Castro Laboreiro. Im Winter waren diese kaum passierbar und so blieb dem guten Mann eben nichts anderes übrig, als sich sommers auf den beschwerlichen Trip in die Berge zu begeben. Natürlich fand er zu dieser Zeit keinen Castro, der ein Unterfell hatte – also konnte er es nicht wissen. Wahrscheinlich hat er schlicht und ergreifend vergessen die Bewohner der Bergdörfer dbzgl. zu fragen.

In Studien/Bericht de Estagio de Licenciatura em Engenharia Zootechnica von Eva Elisabete Marques, Vila Real 1998 wurde nachgewiesen, dass 63 verschiedene Hunderassen in Portugal alle Unterfell besitzen – nun denn.

Dies ist ein systemischer Fehler, von dem Alle wissen – nur es zu ändern, traut sich bis heute keiner der dafür Verantwortlichen.

Also fasse ich es mal zusammen. Man erkennt einen Cão de Castro Laboreiro an seinem besonderen Fell und seinem Unterfell. Das ist mal das Eine.

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