Voraussetzungen
Wer sich für einen Herdenschutzhund wie den Cao de Castro Laboreiro interessiert, der kommt nicht an der Frage vorbei: BIN ICH GEEIGNET – mir solch einen Hund an zu schaffen. Die Frage ist nicht, ob du genug Geld oder Platz hast!
Im Netz findet man einen Haufen Quatsch über die Voraussetzungen, die der Halter eines Hirtenhundes erfüllen sollte.
Der Blick in verschiedene Foren, auf Internetseiten, in Bücher usw. hinterlässt bei Menschen, die mit einem CCL zusammen wohnen, nur Kopfschütteln oder lockt ihnen ein Schmunzeln in das Gesicht.
So ist u.a immer wieder von der ach so viel und gerne gepriesenen Hunde-Erfahrung die Rede, die jemand haben muss, bevor er sich an solche Hunde herantrauen sollte/könnte.
Genau das Gegenteil ist der Fall. Menschen ohne Hundeerfahrung gehen selbstverständlich anders mit einem Herdenschutzhund um, weil sie von Anfang an alles richtig machen, wenn sie entsprechende Beratung in Anspruch nehmen.
Menschen die bereits einige Hunde hatten und sich dann für einen CCL entscheiden, die haben viel größere Probleme! All das bisher gelernte funktioniert nämlich plötzlich nicht und der Mensch muss komplett umdenken und -lernen. Das ist nicht jedermanns Sache.
Ein CCL-Halter, übrigens ein Psychologe aus der Schweiz, hat mir seinerzeit folgende Mail geschickt, die es wunderbar auf den Punkt bringt:
„Uritz“ ist der sechste Hund in meinem Leben. Ich war also guten Mutes, voller Vorfreude und unerschütterlicher Selbstsicherheit in der Rolle als Rudelchef, Er lernte viel schneller als seine Vorgänger, so dass ich von unserer beider Genialität restlos überzeugt war.
Meinem Schimpfen begegnete er zuerst mit leiser Verwunderung, betrachtete es aber bald als Spiel und dachte nicht im Geringsten daran, beeindruckt zu sein. Hoppla! einer von uns ist offenbar doch kein Genie. Nun, nach fünf Monaten unserer Zweisamkeit würde ich mich eher totschlagen lassen, als den Hund wieder herzugeben.
Es ist der interessanteste Hund, den ich je besitzen durfte. Einen klareren Spiegel meiner selbst, im Guten wie aber auch im Schlechten könnte ich mir nicht vorstellen. Da können sogar “bessere Hälften” nicht mithalten, denn dort finden sich immer ein paar Ausreden….. DvO
Wunderbar geschrieben, direkt aus dem Leben und mit der richtigen Einstellung verbunden. Lasst mich einfach einmal die sog. Basics aufführen, die für einen Halter wirklich wichtig sind:
- ein passendes Halsband;
- drei Leinen (Kurz mit Feder, eine normale und eine Feldleine);
- einen Trinknapf;
- Konsequenz;
- eine „ja, aber-Mentalität“;
- Bereitschaft sich kennen und zu lernen;
- 100% Präsenz und Wachheit;
- einen klaren Kopf (wissen was man (von seinem Hund) will!);
- eine Aufgabe für den Hund;
- gesunden Menschenverstand,
- ein eingezäuntes Grundstück;
- regelmäßigen Futterwechsel;
- Aufmerksamkeit seines Hundes;
- Anerkennung des Hundes als Führerpersönlichkeit;
- Beständigkeit im Handeln;
- Flexibilität im Denken – das war`s auch schon.
Ich behaupte nicht, dass das was ich hier schreibe für alle Herdenschutzhunde Gültigkeit hat! – und mir ist auch bewusst, dass es Menschen gibt, die mir daraufhin den Vogel zeigen und mich für verrückt erklären.
Schon des öfteren wurde ich angegiftet, weil ein Hund dem Menschen keine Lektionen zu erteilen habe. Wer mit dem Begriff Lektion ausschließlich eine Bestrafung verbindet und ihn nur in dem Zusammenhang erfasst, sollte vielleicht diesen Begriff einfach etwas erweitern.
Erteilt uns ein Hund etwa keine Lektion, wenn er abhaut? – wenn er das tut, was wir ihm beigebracht haben?
Mitnichten will uns ein Herdenschutzhund damit ärgern! Für mich sind all dies Lektionen sofort genauer hin zu schauen, besser zu arbeiten oder dem Hund klarer zu vermitteln, was gewünscht und was eben nicht erwünscht ist. Schließlich macht er ja nur was ich ihm gestatte – oder was ist die Aufgabe des Rudelcheffes?









